Ein Tag mit…
Christian, Karosseriebauer bei Garage M. Losch Bereldange
Christian arbeitet seit 2002 bei der Garage M. Losch Bereldange. Im Laufe der Jahre hat sich sein Aufgabenbereich stark weiterentwickelt. Heute beschäftigt er sich neben klassischen Karosseriearbeiten vor allem mit komplexen Diagnosen, Garantiefällen und technischen Problemstellungen.
„Das klassische Bild vom Karosseriebauer gibt es heute so nicht mehr. Der Beruf ist viel technischer und vielseitiger geworden.“
Wie bist du zu Losch Luxembourg gekommen?
Für mich war damals schon klar, dass ich lieber in einem größeren Betrieb arbeiten möchte.
Je größer das Unternehmen, desto mehr Möglichkeiten gibt es, auch über den eigenen Bereich hinauszuschauen und sich weiterzuentwickeln. Gerade weil sich die Fahrzeugtechnik schon damals sehr schnell entwickelt hat, waren mir Weiterbildung und der Austausch mit anderen Fachbereichen wichtig.
Auf Losch aufmerksam geworden bin ich durch zwei Kollegen, die bereits hier gearbeitet haben. 2002 habe ich mich dann beworben und direkt am Standort Bereldange angefangen.
Wie hat sich deine Arbeit im Laufe der Jahre entwickelt?
Mit der Erfahrung haben sich meine Aufgaben immer stärker in Richtung Diagnose und Garantiebearbeitung entwickelt.
Heute beschäftige ich mich häufig mit Geräuschen, Wassereintritten, haptischen Beanstandungen oder anderen schwer zu lokalisierenden Problemen.
Diese Spezialisierung hat sich über die Jahre ganz natürlich ergeben. Wenn man sich immer wieder mit bestimmten Problemstellungen beschäftigt, entwickelt man irgendwann sehr viel Erfahrung in diesem Bereich.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Das hängt stark vom jeweiligen Auftrag ab.
Bei Garantiefällen muss ich zunächst selbst feststellen, wo das Problem liegt und alles genau dokumentieren. Dazu gehören Beschreibungen, Fotos oder manchmal auch Videos.
Bei Geräuschen ist mir der direkte Austausch mit dem Kunden besonders wichtig. Oft fahre ich im Kundenfahrzeug gemeinsam mit dem Kunden eine Runde, damit er mir genau zeigen, wann und unter welchen Bedingungen das Problem auftritt.
Daneben mache ich weiterhin klassische Karosseriearbeiten. Genau diese Mischung macht meine Arbeit sehr abwechslungsreich.
Bist du häufig im direkten Kontakt mit den Kunden?
Ja, gerade bei komplexeren Problemen.
Wenn ein Kunde ein Geräusch oder einen bestimmten Fehler festgestellt hat, ist es oft einfacher, direkt mit ihm zu sprechen und gemeinsam eine Probefahrt zu machen.
So kann ich besser verstehen, was genau gemeint ist, und dem Kunden gleichzeitig erklären, welcher Aufwand ungefähr notwendig sein wird.
Auch bei der Fahrzeugrückgabe bin ich manchmal dabei, um genau zu erklären, was gemacht wurde und wo das Problem lag.
Welche Rolle spielt die Dokumentation in deinem Beruf?
Eine sehr wichtige.
Gerade bei Garantiefällen müssen Beanstandungen möglichst genau dokumentiert werden. Je detaillierter eine Meldung beschrieben wird, desto hilfreicher ist sie auch für andere Werkstätten und für den Hersteller.
Wenn ähnliche Probleme bei mehreren Fahrzeugen auftreten, können solche Meldungen dazu beitragen, wiederkehrende Fehler zu erkennen und entsprechende technische Lösungen zu entwickeln.
Hat sich der Beruf des Karosseriebauers stark verändert?
Sehr stark.
Das klassische Bild vom Karosseriebauer, der den ganzen Tag nur Bleche ausbeult oder schweißt, entspricht heute längst nicht mehr der Realität.
In modernen Fahrzeugen steckt sehr viel Technik. Sensoren, Kameras, Radarsysteme, Kabelstränge und unterschiedliche Verbindungstechniken gehören mittlerweile genauso zum Beruf.
Früher wurde vieles geschraubt oder geschweißt. Heute kommen zusätzlich zahlreiche Klebe- und Verbindungstechniken zum Einsatz.
Dadurch muss man sich ständig weiterentwickeln und mit der Fahrzeugtechnik mitgehen.
Welche Fähigkeiten braucht man für diesen Beruf?
Vorstellungsvermögen und Fingerspitzengefühl sind sehr wichtig.
Man arbeitet oft an Stellen, die man gar nicht direkt sehen kann. Dann muss man sich vorstellen können, wie ein Bauteil aufgebaut ist oder wo man gerade mit einem Werkzeug arbeitet.
Mit der Erfahrung entwickelt man außerdem ein sehr genaues Gefühl für Oberflächen und Materialien.
Und man darf nie aufhören zu lernen. Die Fahrzeuge entwickeln sich ständig weiter und als Karosseriebauer muss man mit dieser Entwicklung Schritt halten.
Ist der Beruf abwechslungsreich?
Ja, gerade weil sich die Technik ständig verändert.
Heute muss man sich immer wieder mit neuen Materialien, Befestigungssystemen und technischen Komponenten beschäftigen.
Wenn ich überlege, dass ich seit über 20 Jahren im Beruf bin, wäre es wahrscheinlich langweilig geworden, wenn sich in dieser Zeit nichts verändert hätte.
Gerade diese Weiterentwicklung macht den Beruf für mich interessant.
Gibt es eine Arbeit, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Eine meiner ersten größeren Arbeiten bei Losch war ein alter Rolls-Royce.
An beiden Radläufen gab es Rostschäden. Dafür gab es keine fertigen Reparaturbleche, also musste ich die benötigten Bleche selbst anfertigen und die Form wiederherstellen.
Anschließend wurde das Fahrzeug in Bonnevoie lackiert und ich durfte es selbst dorthin fahren.
Das war für mich damals etwas ganz Besonderes und eine Arbeit, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.
Gab es noch einen weiteren wichtigen Moment in deiner Laufbahn?
Ja, mein Projekt für den Meisterbrief.
Dafür habe ich einen verunfallten Polo gekauft und durfte ihn hier im Atelier instand setzen. Ich habe unter anderem mit der Richtbank gearbeitet, einen Längsträger ersetzt und die gesamte Reparatur dokumentiert.
Das war ein wichtiger Schritt für meine berufliche Entwicklung und eine besondere Erfahrung.
Was macht die Arbeit bei Losch Luxembourg für dich attraktiv?
Vor allem die Größe des Unternehmens und die Vielfalt an Erfahrung und Fachwissen.
Wenn man ein Problem hat, gibt es viele Kollegen mit unterschiedlichen Erfahrungen, mit denen man sich austauschen kann. Manche verfügen über sehr viel Erfahrung mit älteren Fahrzeugen, andere sind frisch geschult und kennen sich besonders gut mit aktuellen Diagnose- und Computersystemen aus.
Auch die Markenvielfalt und die gute Teileversorgung sind für mich klare Vorteile.
Was würdest du jemandem raten, der diesen Beruf erlernen möchte?
Man sollte sich bewusst sein, dass der Beruf heute viel technischer und umfangreicher ist, als viele denken.
Am Anfang kann das sehr viel wirken. Man muss unterschiedliche Materialien, Verbindungstechniken, Elektronik und Fahrzeugsysteme kennenlernen.
Aber davor sollte man keine Angst haben. Mit der Zeit kommt die Routine – lernen kann man alles.
Was ist dir in deinem Beruf besonders wichtig?
Leidenschaft.
Bei einem Beruf, der so vielseitig ist, ist es meiner Meinung nach zu wenig, einfach nur zur Arbeit zu kommen und seinen Job zu erledigen.
Man sollte Interesse am Fahrzeug, an der Technik und an der eigenen Arbeit haben. Diese Begeisterung merkt man am Ende auch am Ergebnis.