Ein Tag mit…
Sarah, Lackiererin bei Garage M. Losch Bereldange

Sarah kam vor vier Jahren im Rahmen einer Schulveranstaltung erstmals mit Losch Luxembourg in Kontakt. Nach einem ersten Einblick in die verschiedenen Berufe entschied sie sich für eine Ausbildung zur Lackiererin. Heute arbeitet sie selbstständig in der Lackiererei und schätzt besonders die Präzision und die sichtbaren Ergebnisse ihrer Arbeit.

"Beim Lackieren braucht man Leidenschaft. Man sieht, ob jemand seinen Beruf gerne macht."

Wie bist du zu Losch Luxembourg gekommen?

Während meiner Schulzeit habe ich an einer Veranstaltung teilgenommen, bei der verschiedene Klassen Losch besuchen und unterschiedliche Berufe kennenlernen konnten.
Eigentlich wollte ich ursprünglich eher in Richtung Fahrzeugfolierung gehen. Mir wurde aber empfohlen, zuerst das Lackieren zu lernen, um die Materialien und Grundlagen richtig zu verstehen.
Als ich dann angefangen habe, in der Lackiererei zu arbeiten, hat mir der Beruf direkt sehr gut gefallen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Das hängt stark davon ab, welches Teil oder welches Fahrzeug vor mir steht.
Bei neuen Teilen kontrolliere ich zunächst, ob alles in Ordnung ist. Danach wird geschliffen, gereinigt und das Teil für die Lackierung vorbereitet.
Bei älteren oder beschädigten Teilen kommen je nach Zustand weitere Schritte dazu, zum Beispiel Spachteln, Füllern oder Ausbessern. Anschließend wird lackiert, getrocknet und Klarlack aufgetragen. Zum Schluss polieren wir unsere Arbeiten teilweise selbst und kontrollieren das Ergebnis.

Wie viel deiner Arbeit besteht tatsächlich aus Lackieren?

Weniger, als viele denken.
Das eigentliche Lackieren macht vielleicht ungefähr 20 Prozent der Arbeit aus. Ein großer Teil besteht aus Vorbereitung und Nacharbeit: prüfen, reparieren, schleifen, abkleben, reinigen und das Teil richtig vorbereiten.

Was war am Anfang am schwierigsten zu lernen?

Vor allem das Spachteln und Schleifen.
Es braucht Zeit, bis man das richtige Gefühl dafür entwickelt, ob eine Oberfläche wirklich eben ist oder ob noch irgendwo eine Unebenheit vorhanden ist.
Auch beim Klarlack muss man mit der Zeit lernen, wie viel man aufträgt. Zu wenig sieht nicht gut aus, aber zu viel kann ebenfalls Probleme verursachen.

Welche Fähigkeiten braucht man für diesen Beruf?

Man muss ruhig bleiben können, auch wenn einmal etwas nicht funktioniert.
Außerdem braucht man Genauigkeit, muss aber gleichzeitig effizient arbeiten können. Es ist immer eine Mischung aus Präzision und Geschwindigkeit.
Mit der Erfahrung entwickelt man dann seine eigene Arbeitsweise und bekommt ein besseres Gefühl für die verschiedenen Arbeitsschritte.

Wie wichtig ist Technik heute beim Lackieren?

Technik spielt eine wichtige Rolle.
Bei der Farbmischung unterstützt uns zum Beispiel ein Computer. Man gibt den Farbcode ein und kann unterschiedliche Nuancen auswählen. Das System zeigt anschließend, welche Farben und Mengen benötigt werden.
Trotzdem braucht man Erfahrung, um die richtige Nuance zu wählen und zu wissen, wie viel Material man tatsächlich benötigt.

Ist der Beruf abwechslungsreich?

Ja, weil jedes Fahrzeug und jedes Teil anders ist.
Ich freue mich besonders, wenn einmal andere Farben dabei sind und nicht nur Weiß, Schwarz oder Grau. Rot, Gelb, Grün oder andere auffälligere Farben machen die Arbeit interessanter.
Außerdem arbeiten wir mit verschiedenen Marken und Modellen, dadurch sieht man immer wieder etwas Neues.

Gibt es eine Arbeit, auf die du besonders stolz bist?

Eine Arbeit, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine Keramikversiegelung an einem Audi Q8 oder SQ8 in einer beigen Farbe.
Das Ergebnis ist sehr gut geworden und das Fahrzeug hat danach richtig schön geglänzt. Solche Momente sind schön, weil man direkt sieht, was man mit seiner Arbeit erreicht hat.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Team?

Jeder arbeitet grundsätzlich an seinen eigenen Aufträgen.
Wenn ich aber einmal nicht weiterkomme oder eine Frage habe, kann ich jederzeit jemanden im Team fragen. Die Kollegen sind sehr hilfsbereit.
Während meiner Ausbildung wurde natürlich noch mehr kontrolliert. Heute arbeite ich sehr selbstständig und hole mir Unterstützung, wenn ich sie brauche.

Wie war es für dich, als junge Frau in diesen Beruf einzusteigen?

Am Anfang habe ich mir darüber viele Gedanken gemacht und hatte etwas Angst, dass es schwieriger werden könnte.
Aber eigentlich war es von Anfang an ganz normal. Die Kollegen waren hilfsbereit und ich hatte nie das Gefühl, nicht akzeptiert zu werden, weil ich eine Frau bin.
Das hat mir gezeigt, dass man sich davon nicht abschrecken lassen sollte.

Gibt es Vorurteile über deinen Beruf?

Viele denken, dass man als Lackiererin einfach ein Teil bekommt und es lackiert.
In Wirklichkeit steckt viel mehr dahinter. Die Vorbereitung nimmt einen großen Teil der Arbeit ein.
Und natürlich kann man sich bei der Arbeit auch einmal schmutzig machen – davor sollte man keine Angst haben.

Was macht dir an deinem Beruf besonders Spaß?

Ich arbeite gerne in der Lackierkabine und lackiere gerne.
Aber auch die Vorbereitung, zum Beispiel das Abkleben, macht mir Spaß, weil dabei sehr präzises Arbeiten gefragt ist.
Generell mag ich es, am Ende des Tages zu sehen, was ich gemacht habe und wie sich ein Fahrzeug oder ein Teil verändert hat.

Was würdest du jemandem raten, der diesen Beruf erlernen möchte?

Am Anfang ist vieles neu und kann schwierig wirken.
Wenn man aber motiviert ist und dranbleibt, wird man mit der Zeit immer sicherer. Die Ergebnisse werden besser und man entwickelt seine eigene Arbeitsweise.
Für mich ist es ein schöner Beruf, besonders weil man am Ende direkt sieht, was man geschaffen hat.

Welcher PILOT-Wert ist dir besonders wichtig?

Passion.
Man braucht Leidenschaft für den Beruf. Wenn man keine Motivation hat, merkt man das irgendwann auch bei der Arbeit.
Wer seinen Beruf gerne macht und wirklich Interesse daran hat, entwickelt sich auch weiter.